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WASSERMÜHLE KAROXBOSTEL

Die Mühlenretter haben es tatsächlich geschafft!

Das Reetdach auf dem 200 Jahre alten Haupthaus

der denkmalgeschützten Wassermühle Karox-

bostel erstrahlt in neuem Glanz und im frisch sa-

nierten Schweinestall werden bereits Kunstwerke

präsentiert.

Im Backhaus werden wie-

der Brot und Butterkuchen

gebacken, in der Sägerei

aus dicken Baumstäm-

men Balken, Bohlen und

Bretter gesägt. Nachdem der Verein

Wassermühle Karoxbostel das verfal-

lene Denkmal-Ensemble im Frühjahr

2012 gekauft hatte, konnte sich kaum

jemand vorstellen, dass aus diesen

Ruinen jemals wieder ein lebendiger

Ort der Begegnung werden könnte. „Wir hatten

uns damals vorgenommen, möglichst bis 2017

die Mühle und das Haupthaus zu sanieren“, sagt

die Vorsitzende des Mühlenvereins, Emily Weede.

2012 hatten 88 Frauen und Männer den Verein

Wassermühle Karoxbostel gegründet. Mittlerweile

ist der Verein mit fast 1100 Mitgliedern der größte

seiner Art in der Bundesrepublik.

2017 war für die Mühlenretter ein ganz besonderes

Jahr: Das Haupthaus auf dem Mühlenhof wurde

Von der Ruine zum lebendigen Ort der Begegnung

nämlich vor genau 200 Jahren errichtet. Diesen Ter-

min hatten sich die Vereinsmitglieder schon im Jahr

der Vereinsgründung als Ziel gesetzt, um die Ein-

weihung des Denkmal-Ensembles zu feiern. Dieses

hochgesteckte Ziel haben sie tatsächlich erreicht –

und noch Einiges mehr. „Wir haben in dieser

Zeit auch die total zerstörte Sägerei wieder

aufgebaut, das marode Backhaus saniert

und den ehemaligen Schweinestall zu ei-

nem Gruppenraum und einem Werkraum

umgebaut“, erklärt Emily Weede. Die Aner-

kennung als außerschuli-

scher Lernstandort in einer

Bildung für nachhaltige Ent-

wicklung sei für den Verein

enorm wichtig: „Damit ist

klar: Wir sind nicht nur ein

reiner Denkmalverein, sondern ein lebendiger Ort

der Begegnung, an dem sich Menschen aller Alters-

gruppen mit oder ohne Handicap treffen und aus-

tauschen – und wo alle auch etwas lernen können.“

Emily Weede erinnert noch einmal an den Zustand

der Mühle vor wenigen Jahren: „Damals waren die

Gebäude fast nur noch Ruinen. Kaum jemand hätte

sich vorstellen können, dass wir hier Umwelt- und

Naturprojekte für Kinder und viele kulturelle Veran-

staltungen anbieten können.“